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Best of “A-Tag 07″ zu barrierefreie Medien aus Wien

19.10.07 von Markus Riesch

Im obersten Stockwerk des Techgate in Wien haben sich am 19.10.2007 nach meiner Schätzung rund 100 Personen zum <A-Tag 07> eingefunden. Eva Papst, Vorsitzende von accessible media, führte durch die Veranstaltung.

Frau Staatssekretärin Heidrun Silhavy machte in ihrer Rede den Stellenwert der Internet-Barrierefreiheit in Österreich deutlich. Sie führte aus, dass der Webauftritt die Visitenkarte einer Behörde ist. Die Barrierefreiheit ist dabei ein ganz zentraler Aspekt. Gemäss dem eGovernment-Gesetz müssen die Dienstleistungen über das Internet von Behörden (eGovernment) bis 2008 barrierefrei zugänglich sein.

Dr. Günther Schuster stellte die Gleichstellung als Organisationsziel in den Vordergrund. Er führt aus, dass es nicht nur um den Zugang für Menschen mit Behinderungen geht. Viele weitere Gruppen sind von der Informationsgesellschaft ausgeschlossen und profitieren von einem barrierefreien Zugang. Als Beispiel führe Dr. Schuster die einfache Sprache aus, von welcher auch Emigranten in grossem Mass profitieren.

Der BIENE-Award (heisst jetzt eigentlich nur noch BIENE) war anschliessend das Thema von Jan Eric Hellbusch, welcher zwei interessante Projekte und deren Erkenntnisse vorstellte. Eines dieser Projekte war die Website www.profile-hh.de.

Das Spannungsfeld von CAPTCHAs zwischen Accessibility und Sicherheit zeigte anschliessend Peter Purgathofer vom Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der TU Wien auf. Eine Hauptaussage war es, dass CAPTCHAs immer raffinierter sein müssen um Menschen von Maschinen unterscheiden zu können und dass deren Zugänglichkeit von Menschen mit Behinderungen auch immer schwieriger wird.

Im Anschluss daran habe ich die Accessibility-Studie 2007 vorgestellt. Die Studie ist eine Bestandesaufnahme zur Barrierefreiheit von eGovernment-Websites in der Schweiz. Die Studie hat aufgezeigt, dass seit 2004 nur auf Bundesebene eine signifikante Verbesserung festgestellt werden konnte. Websites von Kantonen und Gemeinden sind nach wie vor zu einem grossen Teil nicht geeignet für Menschen mit Behinderungen.

Zurzeit spricht gerade Tomas Caspers über Accessibility, wie immer sehr anschaulich und spannend. Tomas zeigt die Chancen, aber auch die Gefahren neuer Web-Technologien (im Speziallen AJAX) , für Menschen mit Behinderungen.

Die gesamte Veranstaltung wird auch von Freak Radio auch aufgezeichnet und bald einmal online barrierefrei zur Verfügung gestellt. Dafür werden die Audiofiles transskribiert und der Text wird synchron und navigierbar dargestellt. Tolle Technik für barrierefreie Audiofiles, unbedingt anschauen.

Direkt vom W3C berichtet nun Shadi Abou-Zhara über “AJAX, Microformats und HTML5 – wie können die Anforderungen von Menschen mit Behinderungen in diese Technologie eingebaut werden?”.
Zwischendurch verrät Shadi noch ein Geheimnis bezüglich WCAG 2.0 (nachdem er zum x-ten Mal darauf angesprochen wurde). Im Dezember soll, nach der bald abgeschlossenen Überarbeitung, erneut ein Last Call für die WCAG 2.0 eröffnet werden.

Hier wird es langsam dunkel im Tech Gate Vienna. Prof. Klaus Miesenberger zeigt in seinem Referat die Bestrebungen für eine Entwicklung einer einheitlichen Methode in Europa zur Überprüfung von Websites. Im EU-Projekt Support EAM wurde die UWEM (Unified Web Evaluation Methodology) entwickelt. Diese vereinheitliche Methode zur Überprüfung der Barrierefreiheit von Websites basiert auf den WCAG 1.0. UWEM zeigt noch einige Nachteile auf. So werden dabei die User-Tests durch Menschen mit Behinderungen (noch) nicht berücksichtigt. Auch die Checkpunkte der Priorität 3 sind durch UWEM nicht abgedeckt.

Download Referat von Markus Riesch

Referat Markus Riesch: Status Barrierefreiheit e-Government Schweiz (Folien als PDF, 3 MB)
Textversion zum Referat von Markus Riesch (Text zu Folien als PDF, 87 KB)

Tech Gate Vienna - Veranstaltungsort des A-Tag 02 in Wien

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