Am vergangenen Freitag lud die Stiftung «Zugang für alle» gemeinsam mit dem Verein «Saint Appéry» zur Präsentation der sich in Entwicklung befindenden Smartphone-App AD-Player ein.
Zum ersten Mal in der Schweiz wurde im Kino Riff Raff in Zürich ein Kinofilm aufgeführt, der es blinden und sehbehinderten Kinobesuchern erlaubt synchron zum Filmgeschehen die passende Audiodeskription über das persönliche Smartphone abspielen zu lassen.
Eingeladen wurden Interessierte aus Blinden- und Sehbehindertenverbänden, Schweizer Kulturinstitutionen und Betroffene.
Die Reaktionen unter den eingeladenen, mehrheitlich blinden oder sehbehinderten, Kinobesuchern waren äusserst positiv.
Was ist von AD-Player in Zukunft zu erwarten?
Vorerst ist einzig «Die Kunst sich die Schuhe zu binden» als Audiodeskription über den AD-Player verfügbar. So handelt es sich bei der App «AD-Player» vorerst auch noch um eine Beta-Version.
In naher Zukunft wird der AD-Player jedoch direkt an eine Datenbank angebunden sein, die es erlaubt auf eine Vielzahl von weiteren Audiodeskriptions-Tonspuren zuzugreifen. Wie für die grossen Blockbusters, werden auch für viele kleinere Filme immer häufiger Audiodeskriptionen gleich bei der Filmproduktion mitproduziert.
Blinde und sehbehinderte Menschen sind dann nicht mehr auf Spezialaufführungen angewiesen, sondern können sich Audiodeskriptionen zu denjenigen Filmen auf das Smartphone laden, die sie ansprechen und die gerade im Kino laufen. Einem geselligen Kinoabend oder einem Besuch im Openair-Kino mit sehenden Freunden steht somit bald nichts mehr im Weg. Auch Live Audiodeskriptionen für grössere Anlässe sind über AD-Player längerfristig möglich.
AD-Player wird mittels einer interaktiven Plattform auch viele weitere Funktionen bereitstellen, wie den Austausch von Rezeptionen, Wahrnehmungen und Filmbewertungen.
Über AD-Player
AD-Player wurde entwickelt von der Deutschen Agentur für Filmsponsoring debese.film in Kooperation mit Ericssons´ TECHNOLOGY FOR GOOD Programm. Der AD Player ist eine App zum einfachen Abspiel von Audiodeskriptionsdaten im Kino – eigenständig, unabhängig – zu jeder gewünschten Zeit und an jedem gewünschten Ort – Überall dabei!
Der Film
«Die Kunst sich die Schuhe zu binden» ist eine schwedische Komödie von Lena Koppel. Die Internetplattform filmstarts.de schreibt:
Alex (Sverrir Gudnason) hat zwar eine hohe Meinung von sich selbst, doch die Realität sieht leider anders aus: Er ist arbeitslos und seine Beziehung zu Lisa (Cecilia Forss) steht kurz vor dem Ende. Der einzige Job, den ihm das Arbeitsamt anbietet, ist ein Betreuerposten in einem Heim für geistig behinderte Menschen. Widerwillig nimmt er die Stelle an, lernt jedoch dann durch die gemeinsame Arbeit zu schätzen, dass jeder Mensch Talente hat, die es wert sind, gefördert zu werden. Entschlossen, ihnen ihren Auftritt im Rampenlicht zu bescheren, meldet er eine Gruppe seiner Schützlinge zu einer Casting-Show an. Eine wahre Geschichte, inspiriert vom berühmten Ensemble des Behinderten-Theaters “Glada Hudik”, das 1996 vom damaligen Behindertenbetreuer Pär Johansson gegründet wurde. Der Sommerhit im schwedischen Kino 2011.
Zum Trailer auf Youtube (ohne Audiodeskription)
Finanzierung
Bislang ist erst die Finanzierung für die vorgestellte Beta-Version gesichert. Um das Projekt AD-Player abzuschliessen, müssen weitere Mittel zur Finanzierung gefunden werden.
Wenig erstaunlich, diente die Vorführung im Kino Riff Raff auch dazu, mögliche Geldgeber vom Wert des Projektes AD-Players live zu überzeugen.
Für Informationen, wie auch Sie die Weiterentwicklung des AD-Player unterstützen können, dürfen Sie sich gerne melden unter info@access-for-all.ch.